Samtgemeinde Dienstversammlung in Eickeloh

„Der Mensch muss in den Vordergrund“
Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Ahlden / Hartes Einsatzjahr 2014


Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren brauchen ein dickes Fell, viel Hornhaut und ein sonniges Gemüt. Anders lässt sich die brisante Mischung kaum bewältigen: Nächtliche Einsätze, pöbelnde Passanten, genervte Arbeitgeber, wenig Freizeit, wartende Angehörige, Tote und Verletze an Unglücksorten, die manche Seele belasten. „Wir sollten uns Gedanken darüber machen, wie Feuerwehren in der Gesellschaft wahrgenommen werden“, regte Gemeindebrandmeister Thomas Zimmermann (52) am 13. März 2015 bei seiner letzten Dienstversammlung als Chef der Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Ahlden in Eickeloh an. Gebäude und Ausrüstung seien wichtig. Aber: „Der Mensch, der Kamerad und der Bürger muss mehr im Vordergrund stehen und für seine Arbeit belohnt und unterstützt werden.“

Eickeloh (ei). Hintergrund dieser Betrachtungen: Auch für die Feuerwehren der Samtgemeinde Ahlden war 2014 ein besonders unruhiges Jahr. Die Bilanz führt 42 Brandeinsätze auf, davon elf Mittel- und fünf Kleinbrände. Neunmal galt es, brennende Pkw zu löschen. Vor allem die Unfallserie auf der A7 im vergangenen Jahr (WZ berichtete) hielt die Helfer auf Trab. Bilanz: 580 Einsatzstunden. Dazu kamen 44 Einsätze (472 Stunden) wie technische Hilfeleistungen (15), 20mal Wasser-/Ölspuren und Sturmschäden – bis hin zur Bergung einer Wasserleiche. „Ihr verdient meinen Respekt“, lobte Z immermann. Die sechs Wehren der Samtgemeinde zählen 212 Mitglieder (42 davon weiblich). Viel Hoffnung setzen die Aktiven auf den Nachwuchs: 33 Jungen und 20 Mädchen sitzen in den Startlöchern, teilte Gemeindejugendwart Ive Böse mit. Der Abwärtstrend habe gestoppt werden können. „Facebook und Co. können keine Emotionen übermitteln und Gefühle zeigen“, erläuterte Böse das Ziel der Jugendwarte, den Kindern Hilfsbereitschaft, Kameradschaft, Verantwortung zu vermitteln und das Gefühl zu geben, im Team etwas bewegen zu können. Mehr als 2200 Dienststunden wurden im Jugendbereich absolviert.

Richard Meyer, Leiter des Brandschutzabschnitts Süd (BSA Fallingbostel), appellierte an alle Teilnehmer: „Redet miteinander. Sucht das Gespräch. Sucht die Gemeinschaft.“ Nur so lasse sich die Vielzahl der Anforderungen bewältigen. Der Austausch nach Einsätzen sei wichtig, die Erlebnisse ließen sich im Gespräch verarbeiten. Die Feuerwehren bereiten sich jetzt auf die nächsten Herausforderungen vor: Weitere Baustellen auf Autobahn und Landstraßen erfordern erhöhte Alarmbereitschaft. „Das wird die Rettungskräfte fordern“, sagte Samtgemeindebürgermeister Heinz-Günter Klöpper.

Befördert wurden: Alexander Prenzel (zum Oberbrandmeister); Eckhard Bode, Kai Rosemann und Stephan Ripke (Hauptlöschmeister); Johannes Meier (Oberlöschmeister). Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurden ausgezeichnet: Detlef Nowak und Hans Günter Golnik; für 40 Jahre Klaus Evers und Klaus-Dieter Bartels; für 25 Jahre Michael Hansch. Gemeindejugendfeuerwehrwart Ive Böse wurde für sein Engagement von der Kreisjugendfeuerwehr geehrt.
Text: Walsroder Zeitung
Foto: Feuerwehren der Samtgemeinde Ahlden

 

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