Thomas Zimmermann verabschiedet

kl FW Verabschiedung TomTom 2015-04-17-20-18-47-32Hodenhagen. Es war an einem kalten Wintertag beim Weihnachtsmarkt in Hodenhagen 2002, als bei einigen Gläsern Glühwein die ersten Gespräche  mit Thomas Zimmermann stattfanden. Er sei die Idealbesetzung als Nachfolger des bisherigen Gemeindebrandmeisters Uwe Sass für die Samtgemeinde Ahlden, hieß es. Zu der Zeit war Hermann Völker noch Kreisbrandmeister und Günther Drewes Samtgemeindebürgermeister. Sein „Ja“ gab der Hodenhagener Zimmermann nicht an jenem Tag, sondern erst später. Ganz nüchtern. 2003 wurde er einstimmig in sein neues Amt gewählt.

Am vergangenen Freitag, wenige Wochen nach seiner offiziellen Amtsabgabe an Nachfolger Alexander Prenzel, würdigten Mitglieder der Ortsund Kreisfeuerwehr, Politiker und Freunde noch einmal dessen Arbeit in Worten und Bildern. Sie blickten zurück auf die vergangenen zwölf Jahre und stellten klar, dass Thomas Zimmermann in dieser Zeit nicht nur vieles geleistet, sondern auch ein „bestelltes Feld“ hinterlassen hat. Zimmermann selbst verfolgte den Großteil der Abschiedsfeier so, wie man ihn von einer Vielzahl von Einsätzen, Wettbewerben und Veranstaltungen kennt: dezent im Hintergrund, mit aufmerksamem Blick und einem verschmitzten Lächeln.

Von Abschiedsschmerz keine Spur. Als der nun ehemalige Gemeindebrandmeister aber auf seine Zeit als oberster Feuerwehrmann in der Samtgemeinde zurückblickte, stockte ihm die Stimme. „Unglaublich – wo ist die Zeit geblieben?“, fragte er und rang einen Moment nach Worten. Doch er fand seinen Humor schnell wieder. So dankte er seiner Frau Angelika Zimmermann dafür, „dass du mir immer die Hemden gebügelt hast. Bei 60 Terminen im Jahr kommt da einiges zusammen . “ Sie parierte schlagfertig und drohte ihm an, nachträglich eine Rechnung aufzumachen über 2,50 Euro pro gebügeltem Hemd. Thomas Zimmermann war und ist „Feuerwehrmann mit Leib und Seele“, das wurde in den Wortbeiträgen deutlich. Und er ist ein Fachmann auf seinem Gebiet.

SamtgemeindeBürgermeister Heinz-Günter Klöpper bezeichnete ihn als „eine Art Ausbilder für mich in Sachen Feuerwehrtechnik“. Klöpper und Prenzel würdigten dessen Verdienste rund um die zeitaufwändige Aufstellung des sogenannten Feuerwehrbedarfsplanes. Und Brandschutzabschnittsleiter Süd Richard Meyer hob Zimmermanns Qualitäten als Sicherheitsbeauftragter hervor. „Manchmal hat es genervt“, sagte er, „ab er du hattest ja recht.“ Eine besondere Stärke des Gemeindebrandmeisters sei es stets gewesen, keine der Freiwilligen Feuerwehren in der Samtgemeinde – Ahlden, Eilte, Eickeloh, Grethem-Büchten, Hademstorf, Hodenhagen – zu benachteiligen oder zu bevorzugen, lobte Prenzel.

Ein sichtbares Zeichen seiner Hartnäckigkeit, aber auch seines stets sachlich begründeten Austauschs mit der Politik sei die Ersatzbeschaffung von insgesamt acht Fahrzeugen in den zwölf Jahren gewesen. Thomas Zimmermann hat in dieser Zeit viele Einsätze begleitet. Doch der Chemieunfall bei Kraft Foods 2012 toppte für ihn alles bisher Dagewesene, zumal er dort auch als Leiter der Werkfeuerwehr aktiv war. Sehr präsent seien für ihn auch noch die Brandserie in Hademstorf schon vor seiner Zeit als Gemeindebrandmeister, die Sägewerk-Brände in Grethem-Büchten, Hochwassereinsätze und die schweren Unfälle auf der Autobahn 7 im Vorjahr, als er als Einsatzleiter für den Bereich Autobahn „jede Woche ein- bis zweimal“ ausrücken musste. Auch wenn Thomas Zimmermann seine Führungsrolle in der Samtgemeinde nun abgegeben hat: Einen Teil seiner Freizeit wird er auch künftig der Brand- und Unfallbekämpfung widmen. „Ich bleibe der Feuerwehr erhalten“, kündigte er an, „allerdings nicht mehr ganz so aktiv wie in den vergangenen zwölf Jahren.“

Text: Walsroder Zeitung

Bilder: Boris Alexander Krug

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